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Gegen Artikelverzeichnisse: Der Artikelverzeichnis-Boykott

Geschrieben von Christian   
Freitag, 27. Juni 2008

Warum? Weil Artikelverzeichnisse die Zunft der Texter spalten. In Texter, die für Artikelverzeichnisse texten, und Texter, die das nicht tun.

ZeitungsartikelMoment. Wie das?

Texte für Artikelverzeichnisse werden gewöhnlich nicht dafür geschrieben, zu informieren. Texte für Artikelverzeichnisse sollen Backlinks bringen.
Viele glauben, dass eine Website, auf die viele andere Seiten verweisen, von Google stärker gewichtet wird. Klingt auch logisch. Und Google mag Links, die mitten in einem Text stehen. Angeblich lieber als Links, die ganz allein auf einer leeren Seite zu finden sind, ohne Keywords. Die Keywords sagen der Suchmaschine nämlich etwas über den Zusammenhang aus, in dem die Links gesetzt wurden. Ein relevanter Link ist besser als ein irrelevanter.

Und weil das so ist, haben sich einige spitzfindige SEOs gedacht: Warum nicht ganz viel Text erzeugen, auf bestimmte Keywords optimieren, Links unterbringen und so starke Backlinks bekommen?
Die schlauen Köpfe. Ganze Webprojekte leben mittlerweile davon und veröffentlichen „Texte“, die kein Mensch liest. Nur die Suchmaschine.

Mit Hilfe von Artikeln in Artikelverzeichnissen kann man einfach und schnell mehrere themenrelevante und kostenlose Backlinks auf seine eigene Website verweisen lassen und somit das Ranking bei den Suchmaschinen positiv beeinflussen. (Quelle)


Ganz klar Suchmaschinenmanipulation, die gegen Googles Richtlinien für Webmaster verstößt. Daher werden die Links aus Artikelverzeichnissen, die Google bekannt sind, auch nicht mehr so stark gewertet. Vielleicht sind sie sogar mittlerweile schädlich, wie einige SEOs befürchten.

Warum nun spaltet das die Texterbranche? Ehrlich gesagt tut es das gar nicht. Es gibt nur plötzlich einen Haufen Leute, die sich als Texter bezeichnen, weil sie Keywordansammlungen für Artikelverzeichnisse verfassen.

Nehmen wir einmal an, Sie wollten 400 Backlinks für Ihre Websites zum Thema „Reisen“ erzeugen und haben ein wenig Geld zur Verfügung, das als Katalysator beim Linkaufbau helfen soll. In einem passenden Text für ein Artikelverzeichnis lassen sich etwa 2 Links unterbringen. Was würden Sie dafür zahlen? 2,50 € pro Link? Das wären ja 1000 Euro insgesamt. Und das nur,  damit die Seiten dann irgendwann einmal evtl. in die Google-Top-Ten gelangen? Sagen wir: 1,– €, das klingt human. Das wären dann also etwa 400,– €. Die bekommen Sie durch Ihr verbessertes Geschäft wieder rein. Denn eine gute Position bei Google = mehr Besucher und damit wahrscheinlich mehr Geld.

Nun müssen Sie also einen Texter finden, der 200 Artikel zum Thema „Reisen“ für Sie textet, für 400,– €. Ach so: Jeder Artikel soll aus 250 Wörtern bestehen, denn die meisten Verzeichnisse erlauben nur so um die 250 Wörter pro Artikel.
Blöd nur, dass kein normaler Texter 250 Wörter, so etwa drei Viertel einer DIN-A4-Seite, für 2,– € schreiben will. Sie können aber den Auftrag über MyHammer.de ausschreiben. Es findet sich mit Sicherheit jemand, der die Arbeit erledigen wird.

Aber ob es auch ein Texter ist?

„Ich war schon immer gut im schreiben, in deutsch in der schHule hatte ich immer eine 1. schreiben hat mit immer sehr viel Spass gemacht, so habe ich mich entschlossen texter zu werden. Warum nicht, damit Geld verdienen?“ Eine der Möglichkeiten, zu einem Blackhat-Texter zu werden. Aber lesen Sie doch ein Beispiel für Artikelverzeichnis-Texte:

Der Grund, weshalb Suchmaschinenoptimierer gerne solcher Tools abgeneigt sind, liegt darin begründet, dass alles, was die SEO Software macht, auch manuell gemacht werden könnte. Doch meistens benötigt das manuelle Optimieren mehr Wissen, Zeit und auch Erfahrung, kann Ihnen dann aber auch mehr Befriedigung bei Ihren Arbeiten bescheren. Kostenpflichtige Tools der Suchmaschinenoptimierung sind also eine schöne Option die man nutzen kann, aber nicht muss. (Quelle)


Der Grund liegt also darin begründet. Wie man sieht, ist die Qualität der Texte in Artikelverzeichnissen gleichgültig, wichtig sind nur ein korrekt eingebauter Link und die Keywords. Und wie will man auch für 2,– € pro Text einen guten Artikel schreiben? Damit es sich ein wenig lohnt, müssten das doch 20 Artikel aufwärts pro Stunde sein? 20? In einer Stunde?
Wenn ich im Flow bin, schreibe ich 1–2 Seiten DIN-A4  pro Stunde. Und zwar Briefe. Keine Texte, für die ich auch noch recherchieren muss, für die ich mir ein Konzept überlegen muss.
Die Lösung für den Blackhat-Texter: Wikipedia. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als bereits bestehende Artikel umzuschreiben. 

 

white hatWie widerlich. Wo bleibt da die Texter-Ehre?

Tatsächlich ist ein Blackhat-Texter gar kein Texter, so wie ein Blackhat-SEO kein SEO ist. Es sind beide Betrüger. Der eine betrügt seine Mitmenschen, der andere sich selbst.

Gegen Artikelverzeichnisse, für guten Text im WWW. Wer macht mit?

(Abbildung oben: aboutpixel.de / Lesestoff © Rainer Sturm; Abbildung unten: aboutpixel.de / Hutauslage © soundboy)

 

Kommentare
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Heike  - Werbung     |05.09.2008. 19:30:25
Hallo, teilweise möchte ich widersprechen. 1. Texter sind Texter und keine
Autoren. Deshalb nehmen sie auch keine 7 % USt. Meiner Meinung nach
unterscheiden sich Texter von Autoren in der Ausbildung, der Erfahrung und der
Qualität. 2. Solange es Kunden gibt, die keinen Wert auf Qualität legen, wird es
auch Texter für diesen Bereich geben. Billig, schlimm, aber naja. 3. Auch ohne
Wikipedia zu bemühen, wo sich teilweise Angaben widersprechen (suchen Sie mal
nach "Klassizismus"...) - wer eine gute Portion Allgemeinwissen hat,
spart Recherchezeit. Denn die wollen die Auftraggeber gar nicht. Es reicht, bei
den Renten zu wissen, dass sie nicht reichen werden. Oder beim schiefen Turm,
dass er in Pisa steht. Oder bei selbstklebenden Fensterfolien, dass sie
Sonnenwärme und gesundheitliche UV-Strahlung nicht ins Zimmer lassen und das
Wohnklima dadurch verbessert wird. 4. Zur Texterehre gehört Recherche. Denn Gott
sei Dank legt Google zunehmend Wert auf Qualität. Auch in Artikelverzeichnissen.
Das wird von richtigen Menschen geprüft. Deshalb werden auch so viele
Verzeichnisse abgemahnt. Denn es kann nicht sein, dass da steht:

"Liebesgedicht: Wenn ich in deine Augen schaue dann lese ich
Versicherungsvergleich" (entnommen in Anlehnung aus den Abakus-Foren). Ich
schreibe etwa 3-4 Texte pro Stunde bei einem Anschlagtempo von rund 300 pro
Minute. Nachdenken inklusive. Und das natürlich auch nicht jede Stunde, denn
keiner ist fortwährend kreativ. Meinen Stundensatz von 16-20 Euro erreiche ich
trotzdem. Mischkalkulation sei Dank, denn ich schreibe auch andere Texte, nicht
nur Artikelverzeichnisse. Sogar Pressetexte werden neuerdings einfach
umgeschrieben. Naja... Soeben hat mich diesbezüglich ein Telefonat ereilt. Also,
nicht ärgern, Prioritäten setzen. Jeder so wie er kann und mag.
Weiter ...
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