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Die Begriffe „Schusterjunge“ und „Hurenkind“, Ausdrücke aus der Setzersprache, werden Ihnen hier erklärt.
„Hurenkind“ und „Schusterjunge“ sind – zugegeben recht
derbe – Ausdrücke aus der Setzer- und Druckersprache. Dabei bezeichnet
das Hurenkind die letzte Zeile eines Absatzes, die
zugleich die erste Zeile einer neuen Seite ist. Beim Schusterjungen
ist es genau umgekehrt: Es bezeichnet die erste
Zeile eines Absatzes, die einsam am Ende einer Seite steht und dann
umbrochen wird.
(Hurenkind)
Solche einzelnen Absätze wirken hässlich und zerreißen den Text;
deswegen gilt: Es sollten möglichst immer zwei, besser noch drei Zeilen
des Absatzes zusammengehalten werden.
(Schusterjunge)
Wie lassen sich nun Hurenkinder bzw. Schusterjungen im Text vermeiden?
An sich ist das in Zeiten elektronischer Textverarbeitung kein Problem
mehr: In Word stellen Sie einfach die Absatzkontrolle ein (Klick auf
Absatz mit rechter Maustaste – Absatz – Zeilen- und Seitenumbruch –
Absatzkontrolle aktivieren).
Dabei gibt es allerdings ein Problem: Word nimmt einfach die letzte
bzw. erste Zeile mit nach unten oder oben, und lässt dafür eine Zeile
frei. Dadurch vergrößert sich natürlich der Abstand zum Ende der Seite
(Abb. rechts unten) – diese Lösung ist zwar einfach, aber nicht
sonderlich elegant.
In professionellen Layout-Programmen könnten Sie die Laufweite der
Zeilen entsprechend verändern und so ein wenig tricksen. In Word können
Sie dies auch machen. Markieren Sie dazu einige Zeilen, eventuell den
ganzen Absatz oder sogar die komplette Seite und gehen dann auf Format
– Zeichen – Register Zeichenabstand. Bei Laufweite stellen Sie „schmal“
ein und geben dabei minimale Werte ein: 0,1–0,5 pt. Probieren Sie etwas
herum. Ist die Laufweite wirklich nur minimal verändert, kann man das
mit bloßem Auge kaum erkennen.
Diese
Möglichkeit sollten Sie aber nur nutzen, wenn Sie sich etwas auskennen
in typografischen Belangen. Ich empfehle Ihnen die effektivsten
Möglichkeiten: Sätze kürzen oder verlängern, evtl. durch die
Absatzabstände Raum gewinnen bzw. verlieren. Oder einfacher: Die Absatzkontrolle zu verwenden.
(Die Absatzkontrolle produziert Leerzeilen)
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